Arbeitskreis Weisheit der Zeitzeugen (WeiZen)

 

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Ursprung und Ziel des Arbeitskreises WEIZEN

Am 9. Oktober 2019 um 11.00 Uhr wurde im Hause von Ursula von Dallwitz-Wegner der Arbeitskreis Weisheit der Zeitzeugen von vier Hochbetagten und einer Wissenschaftlerin gegründet mit dem Ziel, Zeitzeugenwissen, politische Erfahrung, Lebensweisheit und Lebenswerte an jüngere Menschen und nachfolgende Generationen weiterzugeben. Das Vorhaben baut auf dem von Frau Dr. Ehret gegründeten Intergenerationellen Studieren Ethik der Generationen auf, in dem Hochbetagte und Studierende der Universität Heidelberg zentrale gesellschaftliche Fragen theoretisch, ethisch und pädagogisch bearbeiten. In diesem Kontext sprach sich Ursula von Dallwitz-Wegner für die Aufgabe der Hochbetagten aus, ihr kulturell-historisches Wissen an Jüngere weiterzugeben. Dass dieses höchste Authentizität bewahrt hat, beruht auf der Tatsache, dass die Hochbetagten wie kein anderer in die Vergangenheit hineinhorchen können, so Herr Sammet. Das Herzstück ist dabei der Dialog (im Sinne sokratischen Fragens) in dem Wahrheit und Weisheit befördert werden kann. Die Produktivität des Dialogs wurde mehrfach belegt.

Die letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs stehen für alle Fragen zum Nationalsozialismus (Propaganda, Pflicht, Elternverhalten u.v. mehr), zur Nachkriegszeit, teilweise auch zur Weimarer Republik zur Verfügung. Zu assoziierten Themen wie Heimat, Diktatur und Demokratie, Ost-West-Unterschiede, Planwirtschaft und Marktwirtschaft besteht zudem ein fundiertes Wissen und Erfahrung, das leicht im Dialog mit jungen Menschen aktualisiert werden kann.

Die Arbeit des Arbeitskreises versteht sich als Beitrag zu einer Bildung der Gesellschaft durch das hohe Alter. Eine solche Bildung manifestiert sich über Respekt gegenüber den Alten und ihrer historischen und kulturellen Rolle. In ihrer informellen Dimension funktioniert sie als grundlegende Sozialisation der verschiedenen Lebensalter und schließt von ihren Inhalten bei den großen Philosophen an. Der Königsweg ist der intergenerationelle Dialog von Mensch zu Mensch.

Im Arbeitskreis fördern wir das selbstreflexive historische Lernen im Dialog. Es kann von einem Höchstmaß an traditionell-exemplarischer, kritischer sowie genetischer Sinnbildung über generative Zeiterfahrung ausgegangen werden.

Aktuell suchen wir alte und junge Menschen, die sich gerne Briefe schreiben möchten.
Wenden Sie sich bitte per E-Mail ak.weisheit@gero.uni-heidelberg.de an uns.

Gründungsmitglieder
Dr. phil. Sonja Ehret (Vorsitzende und Gründerin)
Ursula von Dallwitz-Wegner, Jg. 1922, (Gründerin)
Ingrid Michligk, Jg. 1927 (Gründungsmitglied)
Gerhard May, Jg. 1932 (Gründungsmitglied)
Gerhart Sammet, Jg. 1928 (Gründungsmitglied)

Weitere Mitglieder
Hochbetagte: Doris Ebert, Jg. 1928, Johanna Ittner, Jg. 1932, Renate Kudla, Jg.1932, Rosemarie Schnepf, Jg. 1927, Gertrud Ulbricht, Jg. 1920
Studierende: Jasmin Alaeddine, Alice Kübler, Miguel Andres Rapp

Der Arbeitskreis erhielt den Preis der Bürgerstiftung Heidelberg.

Haben Sie Interesse, sich einzubringen, ob alt oder jung, dann melden Sie sich gerne.

Ansprechperson:
Dr. Sonja Ehret
AK WeiZen
Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg
Tel.  +49(0)6221-548197
E-Mail: sonja.ehret@gero.uni-heidelberg.de


Materialien

Der Arbeitskreis Weizen arbeitet dialogisch. In Dialogen und Polylogen, die mit sokratischen Fragen gestützt sind, sollen Wahrheit und Weisheit zu Tage gefördert werden. Aber was ist mit Dialog gemeint? Den Dialog verstehen wir als eine sprachliche Begegnung zwischen den Menschen. Wenn sich Jung und Alt in diesem Zwischen treffen, sollten die Begegnungen von besonderer Qualität sein, denn hier trifft das Anthropologische auf das Seinsmäßige. Die gemeinschaftliche Fruchtbarkeit beschreibt Buber so: „Das Wort ersteht Mal um Mal substanziell zwischen den Menschen, die von der Dynamik eines elementaren Mitsammenseins in ihrer Tiefe ergriffen und erschlossen werden. Das Zwischenmenschliche erschließt das sonst Unerschlossene“ (Buber 1994, S. 295). Dieses Zwischen hat eine Grundordnung, „aber nichts kann angeordnet werden, der Gang ist der des Geistes, und mancher entdeckt, was er zu sagen hatte, nicht eher, als da er den Ruf des Geistes vernimmt“ (a.a.O., S. 296).

Die Produktivität des Dialogs von Jung und Alt ist aufgrund der propulsiven Daseinsrichtung gerade in diesen beiden Lebensphasen beschleunigt (Ehret 2019). Alle uns zur Verfügung gestellten Materialien sind von den beteiligten Gesprächspartner*innen genehmigt. Den Ergebnissen sollen Implementierungen in die Gesellschaft folgen. Anfragen richten Sie bitte an Frau Dr. Ehret.


Gründungspräsentation

Erstes Gespräch zwischen Ursula von Dallwitz und Alice Kübler

Zweites Gespräch zwischen Ursula von Dallwitz und Alice Kübler

Erstes Gespräch zwischen Gertrud Ulbricht und Jasmin Alaeddine


Auch im Sommersemester 2020 wurde studiert. Jung und Alt reflektierten in Briefdialogen über Zeit und Zeitlichkeit, Beschleunigung und Stillstand sowie menschliche Tugenden, die aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entspringen. Zum Ende des Semesters wurden Dialoge über aktuelle Menschenrechtsfragen geführt. Eine Publikation befindet sich in Review.

Menschenrechte und Corona_Dialoge und Bilder

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 09.11.2020
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